100 Jahre Arena
Alle Jubiläumsveranstaltungen und Reservierungsmöglichkeiten unter www.arena-kino.de/index.php
1912 bis 2012
Seit nunmehr 100 Jahren prägt das Arena Filmtheater das umliegende Glockenbachviertel mit seinem einzigartigen Charme. In den beiden kleinen Sälen mit den plüschigen, roten Sesseln ist der Geist aus einhundert Jahren Filmgeschichte noch deutlich zu spüren. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, laufen bereits jetzt die Vorbereitungen für einen Festmonat rund um das Arena. Im September und Oktober werden wir mit Veranstaltungen und Sondervorführungen die letzten 100 Jahre Revue passieren lassen und freuen uns auf ein reges Kommen aller Kinofreunde.
Die Geschichte eines Kino-Urgesteins
1898 Das Gebäude in der Hans-Sachs-Straße 7, das das Arena Filmtheater bis heute beherbergt, wird errichtet. Bis zum späteren Kinoeinbau befinden sich im unteren Stockwerk eine Kneipe und mehrere kleinere Läden.
1912 Das Hans-Sachs-Theater zieht in die Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Hausnummer 7. Mit seinen bescheidenen 130 Plätzen ist es damals eines von zahlreichen sogenannten Ladenkinos, also Filmtheatern, die in leerstehende Ladenflächen eingebaut wurden, ohne dass das Gebäude ursprünglich für die Unterbringung eines Kinos konzepiert gewesen wäre.
Auf der Planskizze rechts ist die ursprüngliche Aufteilung und Nutzung der Kinofläche noch gut zu erkennen.
1921 -27 Nach der Schließung 1920 öffnet das Kino ein Jahr später unter dem Namen Luna-Lichtspiele erneut seine Pforten, wird jedoch schon 1922 wieder geschlossen und erst vier Jahre später, nach einer erneuten Namensänderung als Orlando-Lichtspiele wieder in Betrieb genommen. Doch auch diesmal währt die Freude nur kurz, die erneute Schließung folgt.
1928 Nach abermals einem Jahr Pause und einer neuerlichen Namensänderung startet der Kinobetrieb schließlich wieder. Das ehemalige Hans-Sachs-Theater heißt nun Arena-Lichtspiele und wird 1937 umgebaut , die Erweiterung auf 135 Plätze wird jedoch nicht genehmigt
1946 Nach Kriegsende werden alle Münchner Kinos von den amerikanischen Besatzern geschlossen. Das Arena, das hierbei keine Ausnahme ist, bekommt jedoch schon '46 erneut eine Lizenz zugesprochen und nimmt seinen Betrieb wieder auf. Es fungiert hauptsächlich als Nachspielkino und zeigt den Bewohnern des Viertels Filme, die im Zentrum Münchens bereits einige Wochen zuvor Premiere feierten.
1959 Ende der 50er Jahre gelangte das Arena in den Besitz des Ehepaares Peter und Renate Triebel. Unter deren Leitung enwickelte sich das Filmtheater langsam in Richtung eines Programmkinos. Diverse Fimreihen brachten eine thematische Struktur in das Programm, bekannt wurde vor allem die Filmreihe für Senioren. Gezeigt wurden klassische deutsche Tonfilme und zur Eintrittskarte gab es eine Tasse heiße Schokolade obendrauf. Ebenfalls unter Triebelscher Leitung wurde das Arena zum Geburtsort des Fantasy Filmfestes.
Das Bild zeigt das Kino im Jahre 1959 mit dem damals brandneuen Neonschriftzug.
1983 Nach dem Rückzug des Ehepaars Triebel aus dem Kinogeschäft wurde das Arena unter der Betreibergesellschaft „Gut Licht, gut Ton und volle Kasse“ zusammen mit dem nicht mehr existenten Türkendolch und dem Isabella-Kino Teil einer Programmkinokette. Dies blieb jedoch eine kurze Episode, aufgrund von Brandschutz-Vorschriften war eine umfassende Renovierung von Nöten.
1985 - 2005 Besagte Renovierung ging unter der Leitung einer neuen Betreibergesellschaft von Statten, der ab 1994 auch Joseph Vilsmeyer angehörte, später sogar als Geschäftsführer fungierte. Die beiden wichtigsten Teilhaber waren jedoch ohne Frage Christoph Ott und Nina Becker. Letztere war bis zu ihrem viel zu frühen Tod im Jahr 2002 die Seele des Kinos. Der Umbau verwandelte das Arena in das erste ‚schwarze Kino’ Münchens. Das komplette Interieur, inklusive Decken und Sessel wurde schwarz, gleichzeitig erfolgte die Namensänderung in ‚Neues Arena’. Die gezeigten Filme waren ausschließlich aus dem Arthouse-Bereich und wurden, soweit möglich, in der Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt. Neben hauptsächlich englischsprachen, wurden auch mehr und mehr chinesische und koreanische Filme ins Programm aufgenommen. Das Neue Arena beteiligte sich außerdem an den jährlichen Münchner Filmkunstwochen und war Veranstaltungsort für das Homosexuellen-Filmfestival ‚Verzaubert’.
Ab 2006 Nach dem katastrophalen Kinojahr 2005 mit bis zu einem Drittel Umsatzseinbußen geriet das Arena in finanzielle Schieflage und wurde schließlich Anfang 2006 von den heutigen Betreibern Markus Eisele und Christian Pfeil übernommen. Diese fanden trotz des begrenzten Platzangebots eine Möglichkeit, einen zweiten Saal einzubauen. Sie entstaubten auch das Foyer und ließen wieder freundlichere Farben Einzug halten. Nach und nach erholten sich die Besucherzahlen, so dass in den Folgejahren auch eine Erneuerung der Bestuhlung möglich wurde. Nun zeichnet sich das Arena Filmtheater wieder durch sein qualitativ hochwertiges Arthouse-Programm aus und hat sich zu einer unverzichtbaren Größe für Münchner Kinoliebhaber gemausert.
Im Bild die 70 Jahre alten 35-mm Projektoren des Kinos, die noch fleißig im Einsatz sind. Doch diese Tage sind gezählt. In 2013 wird auch das Arena voll-digitalisert werden, um überhaupt noch Zugang zu aktuellen Filmen zu haben, die mehr und mehr nur noch digitalisert ausgeliefert werden.




